

Korbach. Der erste Fan passt den SPD-Fraktionschef im Café Bank ab: Eine Frau bittet Frank-Walter Steinmeier um ein Autogramm. "Wir sind SPD-Anhänger", bekennt sie. Bundesweit haben es die Sozialdemokraten derzeit schon schwerer, Sympathiesanten zu finden als beim SPD-Sommerfest in der Korbacher Fußgängerzone. Das ZDF-"Politparomenter" sieht die SPD aktuell bei 25 Prozent und errechnet eine hauchdünne Mehrheit für Schwarz-Gelb. Für klare Verhältnisse würde derzeit nur eine Große Koalition sorgen. Steinmeier vor einem Déjà-vu?
"Wir haben die Große Koalition hinter uns und nicht vor uns, das kann man durchaus auch persönlich werten", sagte Steinmeier im Pressegespräch zuvor und spielt an auf die eigene Erfahrung als Außenminister unter Kanzlerin Merkel von 2005 bis 2009. Die SPD habe sich in der Rrgierung "reingehängt wie kein Zweiter", doch den Lorbeer hätten andere geerntet: "Ich möchte nicht mehr Ideenlieferant und Zulieferer für andere sein. Wir wollen Rot-Grün", stellt Steinmeier klar.
Viel Zeit bleibt den Genossen nicht mehr dafür, den Trend zu wenden. Frank-Walter Steinmeier, derzeit populärstes Gesciht der SPD, legt sich ins Zeug und versucht für seine Partei Boden gutzumachen: Er spreche täglich mit Journalisten und vielen anderen Menschen. "Wir müssen darstellen, wo die Unterschiede liegen", sagt der SPD-Fraktionschef und zählt auf: flächendeckender Mindestlohn, Solidarrente, mehr Geld und länderübergreifende Zusammenarbeit in Sachen Bildung. Und er hat Hoffnung: "Viele beginnen sich erst jetzt damit auseinanderzusetzen, dass in vier Wochen Bundestagswahl ist", sagt Steinmeier.
Wie es gehen kann, zeigt der Oppostionsführer mittags am Berndorfer-Tor-Platz. Nach den Kandidaten Dr. Christoph Weltecke und Ullrich Meßmer steigt er auf die zum Podium umfuktionierte Treppe. Unten im Loch schenken Jusos Cocktails aus, es gibt Kuchen, Deftiges vom Grill. Markig teilt Stienmeier aus: Entscheidungen seien nicht Angela Merkels Sache, "ihr ist offenbar vieles egal". Und: "Christna Schröder als Frauenministerin ist jeden Tag ein Schlag ins Gesciht einer jeden modernen Frau." Pofalla ducke sich weg, de Maizière verursache Millionenkosten für eine Drohne, die nicht fliegen dürfe und Ramsauer habe ein Bahnchaos zu verantworten.
Steinmeir wirbt für den Mindestlohn: "Es darf nicht sein, dass jemand, der jeden Morgen zur Arbeit geht, beim Sozialamt betteln muss." Er fordert mehr Geld für Bildung und lehnt das Betreuungsgeld ab. Es gibt Zwischenapplaus, am Ende sogar ein bisschen Jubel. (Quelle WLZ/FZ, Lutz Benseler)
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