Signal für eine pflegesensible Personalpolitik

Veröffentlicht am 25.07.2014 in Presse

Dr. Daniela Sommer

Neuschäfer: „Vereinbarkeit von Beruf und Pflege in Zeiten des demografischen Wandels wichtig!“

Wenn über das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf gesprochen wird, dann wird dies oftmals mit  Kinderbetreuung, Zeit für Familie und den/die Lebenspartner/in verbunden. Aber auch die Vereinbarkeit von Beruf und Pflegetätigkeiten rückt langsam in den Fokus, um eine Vereinbarkeit in allen Lebensphasen realisieren zu können. Angesichts der demografischen Entwicklungen in Deutschland – so auch in Hessen - wird die Vereinbarkeit von Pflegeaufgaben mit einer beruflichen Tätigkeit in den nächsten Jahren für einen zunehmenden Teil der Erwerbstätigen an Bedeutung gewinnen. Insbesondere in Zeiten des Fachkräftemangels haben Arbeitgeber ein erhebliches Interesse daran, qualifizierte Mitarbeiter dauerhaft an ihr Unternehmen zu binden. Sie suchen nach Lösungswegen, um Arbeitnehmern ebenso Zeit für die Erziehung von Kindern sowie für die Pflege von Angehörigen zu geben, erläutert Dr. Daniela Neuschäfer, senioren- und pflegepolitische Sprecherin der hessischen SPD-Fraktion.

Pflege ist häufig schwer planbar, da Pflegebedürftigkeit vielfach plötzlich und unerwartet eintritt. Oft beginnt sie mit einem geringen Aufwand und kann sich im Laufe der Zeit und mit steigender Pflegebedürftigkeit zu einer extremen Belastung werden. In Hessen werden rund drei Viertel der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt, größtenteils durch ihre Angehörigen. Von ihnen ist der größte Teil zugleich berufstätig, sodass die Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege durch gezielte Angebote schon heute von großer Bedeutung ist und auch zukünftig noch an Wichtigkeit gewinnen wird. Denn: Modellrechnungen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass durch den demografische Wandel in Deutschland zu etwa 60% mehr Pflegebedürftige im Jahr 2030 im Vergleich zu heute prognostiziert werden.

Dr. Daniela Neuschäfer zeigte sich am Donnerstag in Wiesbaden erfreut, dass die Charta zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege erneut vom Hessischen Sozialministerium an 38 weitere Unternehmen überreicht werden: „Die Unternehmen signalisieren damit, dass sie die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege für ihre Beschäftigten besser gestalten und eine pflegesensible Personalpolitik umsetzen wollen.“

Lösungsmöglichkeiten, so erläutert die SPD-Abgeordnete, gibt es für jeden Betrieb unabhängig von der Größe. Vereinbarkeit könne zum Beispiel durch flexibel gestaltete Arbeitszeiten, durch Arbeitsbefreiung, Betreuungs-, Hilfs- und Informationsmöglichkeiten gefördert werden, sodass Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit mit den Notwendigkeiten der Pflege in Einklang bringen können.

 

Homepage SPD Waldeck-Frankenberg