WaFraHum ist ein in der Region gut eingeführter Markenname für Gartenprodukte wie Pflanzerde, Kompost, Mulch oder Hackschnitzel. Dahinter steht die Biomasse und Brennstofflogistik GmbH (BBL), die u.a. die Kompostwerke auf der Kreismülldeponie in Diemelsee-Flechtdorf und der Müllverladestation in Frankenberg-Geismar betreibt.
Das Werk Flechtdorf war Ziel eines Besuchs des SPD-Unterbezirksvorstandes Waldeck-Frankenberg in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause. Wie Unterbezirksvorsitzender Dr. Christoph Weltecke erläuterte, wollte man sich vor Ort über Betriebsstrukturen, Arbeitsweisen und Produktionsverfahren sowie den Warenvertrieb informieren.
Die BBL ist ein Ableger des Maschinenrings Waldeck-Frankenberg e.V., dem rund 1200 landwirtschaftliche Betriebe, 18 Kommunen und 40 Unternehmen und Betriebe aus den unterschiedlichsten Bereichen angehören. Neben seinen Kerngeschäften, der überbetrieblichen Maschinenverwendung und der Organisation des gemeinsamen Betriebsmitteleinkaufs unterhält der Maschinenring 11 Tochtergesellschaften, Beteiligungen und Geschäftsführungen, vor allem in den Bereichen Kreislaufwirtschaft und Energieerzeugung aus regenerativen Ressourcen.
„Die Biomasse- und Brennstofflogistik GmbH ist eine Gesellschaft, die in vorbildlicher Weise zeigt, wie lokale Kreislaufwirtschaftssysteme funktionieren und wie vor allem die Wertschöpfung vor Ort bleibt und den hier lebenden und arbeitenden Menschen zugutekommt“, erläuterte Christoph Weltecke das Interesse der Sozialdemokraten an dem Projekt.
Gottfried Stratmann als Geschäftsführer der Firma Stratmann Städtereinigung und zugleich einer der Gesellschafter der BBL ließ es sich nicht nehmen die Besucher persönlich über die Anlage zu führen und erklärte die einzelnen Arbeitsschritte. Jährlich werden rund 20.000 t kompostierfähiges Material angeliefert, das über einen Zeitraum von 16 Wochen reifen kann. Am Ende entstehen rund 10.000 t Kompost der zum Teil als Frischkompost verkauft wird, aber auch in veredelten Versionen u.a. als Mischprodukt mit einem Mutterbodenanteil oder als so genannter „Kompokalk“ mit 25 Prozent Kalkzumischung erhältlich ist. Auf den Anlagen in Flechtdorf und Geismar arbeiten vor allem heimische Landwirte, die auf diese Weise ein zusätzliches Einkommen generieren können.
„Die Arbeit, die die BBL leistet ist wirklich vorbildlich“, kommentierte der Unterbezirksvorsitzende den Gesamteindruck, den die Führung hinterlassen hatte. „Hier sind Produktion, Vertrieb und Wertschöpfung quasi in einer Hand und nutzen damit den Menschen vor Ort“. Die BBL erbringe mit ihrer Arbeit den Nachweis, dass lokale Wirtschaftsprozesse sehr wohl effizient und ertragreich sein können. Diese Erfahrung lässt sich nach Einschätzung von Christoph Weltecke auch auf andere Bereiche übertragen, nicht zuletzt auch auf die Energiewende, bei der ja ebenfalls eine Einbindung der Bürgerinnern und Bürger in die Wirtschafts- und Wertschöpfungskette vorgesehen sei.

Auf dem Bild: Unternehmer Gottfried Stratmann erläutert den Mitgliedern des SPD Unterbezirksvorstandes um Vorsitzenden Dr. Christoph Weltecke die Arbeitsschritte der BBL bei der Kompostierung.