Wilkes Kritik an Korbacher SPD unangemessen

Veröffentlicht am 29.10.2007 in Presse

Der SPD-Unterbezirksvorsitzende Karl-Heinz Stadtler hält die Kritik des Weiteren Kreisbeigeordneten Otto Wilke an der Stellungnahme der Korbacher SPD zum Lückenschluss der Kurhessenbahn zwischen Frankenberg und Korbach für unangemessen und inhaltlich falsch. Die Korbacher SPD hatte eine Teilverantwortung dafür, dass der Lückenschluss nun doch nicht erfolgen soll, bei Landrat Eichenlaub gesehen. Wilke stellte sich nun vor den Landrat und sah die Hauptschuld bei den nordhessischen Landräten.

Stadtler unterstützt die Position der Korbacher Genossen. „Der hohe Stellenwert der Kurhessenbahn für den Landkreis kommt in dessen Repräsentanz in den zuständigen Gremien nicht angemessen zum Ausdruck“. Während der Oberbürgermeister von Kassel und die Landräte der anderen nordhessischen Kreise selbst Mitglied in den Gremien seien, habe der Waldeck-Frankenberger Landrat seine persönliche Mitwirkung nicht für nötig befunden, sondern lasse den Landkreis auch nicht durch den Ersten Kreisbeigeordneten, sondern nur durch den „Weiteren Beigeordneten“ Wilke vertreten. Dies sei ein falsches Signal in Richtung Nordhessen gewesen.

Stadtler bekundet Respekt vor der Person und dem Engagement Wilkes, aber er sei eben „nur“ der „Weitere“ Beigeordnete und überdies Repräsentant einer der SPD derzeit sehr fern stehenden und außerdem recht kleinen und unbedeutenden politischen Gruppierung. Auch deshalb habe er wohl bei den Landräten keine Basis für nützliche und hilfreiche Gespräche gefunden. Im Gegenteil habe er häufig versucht, mit Hilfe der CDU geführten Landesregierung und deren Vertreter in den Gremien Einfluss auf Entscheidungen zu nehmen.

Gerade angesichts der anstehenden Beratungen im Kreistag zu diesem Thema ist nach Auffassung Stadtlers Ruhe und Sachlichkeit notwendig. Dass Wilkes Kompromissvorschlag, die Kurhessenbahn von Frankenberg aus nur bis Herzhausen fortzusetzen, bei Korbacher und anderen Nordwaldecker Kommunalpolitikern nicht auf Begeisterung stößt, liegt nach Stadtlers Auffassung auf der Hand: Korbach, Bad Arolsen, der Diemelsee und Willingen wären damit weiterhin ohne Bahnverbindung zum südhessischen Ballungsraum.

Außerdem würde eine Realisierung des Wilke Vorschlags auch langfristig problematisch wirken. Eine wesentlich höhere Nutzung der Bahn und damit verbundene höhere Einnahmen seien nur zu erzielen, wenn die vorhandene Lücke geschlossen wird. Ein Weiterbau nur bis Herzhausen könne dazu führen, dass die Strecke wegen der geringen Auslastung bei nächster Gelegenheit wieder stillgelegt würde.

 

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