Realitätsverlust bei den Liberalen

Veröffentlicht am 21.08.2005 in Landkreis

Affäre um den Verkauf des Willinger Forsthauses
Als verstärkten Realitätsverlust der FDP-Kreistagsfraktion und seines Vorsitzenden Adolf Graf wertete der Fraktionschef der SPD, MdL Reinhard Kahl die Stellungnahme der Liberalen zur Forsthausaffäre in Willingen.

Kahl: „Es gibt keine Kampagne der SPD, sondern eine Reihe von Ungereimtheiten im Bieterverfahren, die dringend der Aufklärung bedürfen. Deshalb hat auch die Domanialkommission die Vorlage zum Verkauf an den zweitmeistbietenden Interessenten einmütig zurückgezogen, damit wohl auch mit der Stimme des Vorsitzenden der FDP-Fraktion.“

In ihrer öffentlichen Stellungnahme tue die FDP so, als ob im Bieterverfahren zum Verkauf des Forsthauses in Willingen durch die Waldeckische Domanialverwaltung alles in Ordnung sei. „Noch so viele Worte der Liberalen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass zwischen ihrer Stellungnahme und der einmütigen Zurücknahme der Vorlage ein klarer Widerspruch besteht. Warum wurde die Vorlage zurückgezogen, wenn doch nach Auffassung der FDP alles ordnungsgemäß und transparent durchgeführt wurde? Diese offenkundigen Widersprüche kennen wir vom Fraktionschef der FDP schon seit längeren,“ so Kahl gegenüber unserer Zeitung.

Auffallend sei aber auch, dass der Kreisbeigeordnete und heimliche Landrat Otto Wilke in seinen kurzen Ausführungen den Landrat nur sehr halbherzig unterstützt. „Natürlich ist nicht der Kreisausschuss in erster Linie zuständig sondern die Domanialkommission. Deren Vorsitzender ist aber der Landrat und daher muss er schon die Frage beantworten, welchen Einfluss er persönlich genommen hat“, erklärte der SPD-Fraktionsvorsitzende. „Im Übrigen halten sich alle anderen in der Kooperation sehr zurück, ob der Erste Kreisbeigeordnete, die FWG und auch Eichenlaubs Partei, die CDU. Sie alle wissen sehr wohl die Brisanz der Affäre einzuschätzen.“

Ausdrücklich begrüßte die SPD, dass die Bietergemeinschaft mit dem höchsten Gebot ihr Konzept durch den Architekten Engelbracht öffentlich darstellte. Damit werde klar, dass das Konzept den Vorgaben des Bebauungsplanes im Stryck voll entspricht. „Der Kreis muss ein Interesse daran haben, unter Beachtung des Bebauungsplanes für den Verkauf den höchst möglichen Preis zu erzielen“, betonte Kahl.

 

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