Kreiseigene Altenheime
Seit Monaten setzt sich die Kreis-FDP zusammen mit dem Landrat für die Privatisierung der kreiseigenen Altenheime in Flechtdorf und Rhoden ein und nun verkündigt der FDP-Kreisbeigeordnete Otto Wilke die Beibehaltung der Trägerschaft der Altenheime beim Kreis. Diese Kehrtwendung der FDP ist schon sehr beachtlich, erklärte der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, MdL Reinhard Kahl und begrüßt es ausdrücklich, wenn jetzt die FDP tatsächlich für eine kreiseigene Trägerschaft der Heime eintritt, wie es die Sozialdemokraten mit ihrer Politik schon immer vertreten haben.
Erstaunlich ist nach Auffassung der SPD auch, dass dies Otto Wilke im Urlaub des zuständigen Ersten Kreisbeigeordneten Niederstraßer öffentlich bei einem Infobesuch erklärt, ergänzte der Kreistagsabgeordnete und Vöhler Bürgermeister Harald Plünnecke. „Wir sind es ja gewohnt, dass in der letzten Zeit der Landrat öfters in das Aufgabengebiet des Ersten Kreisbeigeordneten eingreift. Jetzt setzt diese unmögliche Praxis auch der heimliche Landrat Otto Wilke fort“, sagte Kahl. In diesem Zusammenhang stellt sich nicht nur für die SPD die Frage, wie lange sich der Erste Kreisbeigeordnete Niederstraßer und die FWG diese, wie Kahl wörtlich sagte „öffentliche Demütigung“ noch gefallen lassen will.
Bei der SPD werden aber auch Zweifel geäussert , ob die 180 Grad-Wende der FPD bezüglich der Trägerschaft der kreiseigenen Altenheime echt ist oder nicht nur eine vorübergehende taktische Variante, um durch eine Vorleistung ein politisches Geschäft innerhalb der Kooperation aus CDU, FWG und FDP auf die Reihe zu bringen. Beim dubiosen Verkauf des Willinger Forsthauses falle auf, dass neben dem Landrat auch die FDP vehement für den Verkauf an den am zweithöchsten Bietenden eintritt. CDU und FWG sind nach Auffassung der Sozialdemokraten zu Recht auf Distanz gegangen, da auch ihnen die Ungereimtheiten zu heiß geworden sind. Daher wurde durch Zurücknahme der Vorlage der Verkauf vorerst gestoppt. Nach Informationen der SPD soll Otto Wilke zu einer Kooperationsrunde zur Willinger Forsthausaffäre eingeladen haben. „Sollen jetzt CDU und FWG trotz vieler Ungereimtheiten und offener Fragen nun trotzdem auf den Verkauf eingeschworen werden. Dafür könnte das Einschwenken der FDP bei der Trägerschaft der Altenheime wohl als Vorleistung eingestuft werden“, befürchtet der SPD-Fraktionschef. „Wir können CDU und FWG auch in ihrem eigenen Interesse nur dringlich raten, das dubiose Grundstücksgeschäft nicht mit abzusegnen“, warnte Plünnecke
Die FDP wird dann neben dem Landrat auch die Frage beantworten müssen, welche Interessen sie hat, das Forsthaus zu Lasten der Einnahmen des Kreises an den zweithöchsten Bietenden zu verkaufen, erklärten die beiden sozialdemokratischen Kreispolitiker abschließend.