Vöhl und Twistetal vom 22.07.05
Am kommenden Freitag beginnen Mitglieder der SPD-Ortsvereine Twistetal und Vöhl mit ihrer einwöchigen Verkehrszählaktion. Jeweils zwei Stunden lang zu verschiedenen Tageszeiten wollen die Genossen PKWs und LKWs zählen sowie Wartezeiten an Kreuzungen und überquerende Fußgänger registrieren. In Twiste und Berndorf sowie in Dorfitter und Herzhausen werden Eintragungen auf vorbereiteten Formularen vorgenommen und Stimmen der Anwohner eingefangen.
Vorgesehen sind folgende Termine und Standorte:
Freitag, 29.07.05, 10-12 Uhr Dorfitter, Einmündung Enser Straße
Freitag, 29.07.05, 15.30-20.30 Uhr, Twiste, Kreuzung Alte Post
Montag, 01.08.05, 6-8 Uhr, Herzhausen, Einmündung Ederstraße
Montag, 01.08.05, 6-8.30 Uhr, Berndorf, Kreuzung Schulstraße
Dienstag, 02.08.05, 16-18 Uhr, Dorfitter, Einmündung Enser Straße
Dienstag, 02.08.05, 12-14 Uhr, Twiste, Kreuzung Alte Post
Mittwoch, 03.08.05, 10-12 Uhr, Dorfitter, Einmündung Enser Straße
Donnerstag, 04.08.05, 15-17 Uhr, Herzhausen, Einmündung Ederstraße
Sven Bökenschmidt, Ortsvereinsvorsitzender der Vöhler SPD, begründet die Aktion mit dem stark zugenommenen LKW-Verkehr auf der Waldeck-Frankenberger Nord-Süd-Magistrale: „Die Maut auf den Autobahnen hat dazu geführt, dass unzählige LKWs die B 252 als Transitstrecke auf dem Weg nach Mittelhessen und in die südhessischen Ballungsgebiete bzw. umgekehrt zum Autobahnanschluss Diemelstadt nutzen. Das führt zu unseres Erachtens nicht zumutbaren Belastungen der Anwohner der Bundesstraße in den Dörfern, die noch keine Umgehungsstraße haben.“
Das Twistetaler Kreistagsmitglied Kurt Kleinschmidt kritisiert, dass die vorhandenen Zahlen, die die Entwicklung des Verkehrs belegen könnten, nicht veröffentlicht werden: „ Der Staat mauert, um dem Unmut der Bürger keine neue Nahrung zu geben.“ Kritisiert wird von den Genossen aber auch, dass der zunehmende Verkehr bei allen Teilnehmern zu großen Zeitverlusten führe und dass die Unfallgefahr zunehme.
Karl-Heinz Stadtler, SPD-Unterbezirksvorsitzender in Waldeck-Frankenberg, sieht in der Verkehrszählung durch die Ortsvereine in erster Linie einen symbolischen Akt: „Wir können nur zeitlich sehr begrenzt die PKWs und LKWs zählen. Automaten können die nackten Zahlen über einen sehr viel längeren Zeitraum erfassen. Wir hoffen allerdings anschließend genauere Aussagen über den Kreuzungsverkehr sowie über passierende Fußgänger machen zu können.“ Trotz der eingeschränkten Aussagekraft sei die Aktion nötig. Von den Parlamenten gefasste Beschlüsse würden in den Ministerien und Behörden nur zu den Akten gelegt. Wenn aber deutlich werde, dass die Bevölkerung auch über Aktionen nachdenke, könne dies zu positiven Entscheidungen führen.
Die Initiatoren der Zählaktion weisen darauf hin, dass zum Jahresende hin über Konsequenzen des Maut-Ausweichverkehrs entschieden werden soll. In den derzeit auch im Internet veröffentlichten Statistiken ist die Hauptverkehrsader unseres Landkreises bisher nicht erwähnt. Eine Aufsehen erregende Aktion könne dies vielleicht ändern. Deshalb laden die SPD-Ortsvereine die Bürger der Orte, in denen gezählt wird, ein, sich an den genannten Stationen einzufinden und dadurch Unterstützung für die Aktion zu zeigen.