SPD-Kommunalpolitiker aus Vöhl, Korbach und Twistetal wollen Maut auf B 252
Auf Einladung des Vöhler SPD-Vorsitzenden Sven Bökenschmidt trafen sich Vertreter der SPD-Ortsvereine von Twistetal, Korbach und Vöhl sowie SPD-Unterbezirksvorsitzender Karl-Heinz Stadtler (Vöhl) in Herzhausen, um über die Situation auf der Bundesstraße 252 nach Einführung der Maut zu beraten. Sie verabredeten eine längerfristige enge Zusammenarbeit zu diesem Thema. Einmütig beschlossen wurde, noch in diesem Sommer selbst in Vöhl und Twistetal eine Woche lang den Verkehrsfluss zu beobachten und die Fahrzeuge zu zählen.
Ein Ortstermin an der Itterbrücke am Eingang des Vöhler Ortsteils führte den Kommunalpolitikern die Verkehrssituation drastisch vor Augen: die Kraftfahrzeugen kamen von Norden und Süden jeweils kolonnenweise, jede Kolonne angeführt von zwei bis vier Lastwagen und Lastzügen. Manchmal ging die eine Autogruppe fast nahtlos in die nächste über. Gespräche mussten recht lautstark geführt werden. Außerdem hielten sich die Fahrzeuge ganz überwiegend nicht an die innerörtliche Geschwindigkeitsbegrenzung. Ein zufällig vorbeikommender Anwohner erzählte, dass der Verkehr den ganzen Tag über so stark ist. Am schlimmsten sei es am frühen Morgen. Wenn er zur Arbeit wolle – er arbeitet in den Korbacher Conti-Werken -, müsse er an seiner Hofeinfahrt regelmäßig ca fünf Minuten warten, bis er links in Richtung Korbach auf die Bundesstraße einbiegen könne. Und ähnlich gehe es seiner Tochter, die zwei Stunden später die Straße auf ihrem Schulweg überqueren müsse. Und er bestätigte den Eindruck der SPD-Politiker, dass nur die wenigsten Lastwagen heimische Nummernschilder haben.
Noch schlimmer sei die Situation in Twistetal, berichteten die Sozis aus Berndorf und Twiste. Ernst Weißberg und Hans Sadowski, die in den genannten Orten sogar direkt an der Bundesstraße wohnen, berichteten, dass der Verkehr vom frühen Morgen bis zum späten Abend fast ununterbrochen rolle. Los gehe es trotz des bis 6 Uhr geltenden Nachtfahrverbots bereits gegen 4 Uhr, und ruhiger werde es erst am späten Abend. Ein Überqueren der Straße sei nur schwer möglich. Vor allem, wenn Kinder oder ältere Mitbürger einige Minuten warten müssten, dann ungeduldig würden und die Straße trotz des Verkehrs zu überqueren versuchten, komme es oft zu gefährlichen Situationen.
Einhellige Zustimmung fanden die Twistetaler mit ihrer Forderung, möglichst sofort die Planung der Umgehungsstraße fortzusetzen und dann umgehend mit dem Bau zu beginnen. Es sei nicht nachzuvollziehen, so Korbachs stellvertretender Ortsvereinsvorsitzender Christoph Weltecke, wenn Hessens Ministerpräsident Roland Koch gegenüber Twistetaler Gemeindevertretern erklärt habe, die Landesregierung habe die Umgehungsstraße aus den Maßnahmen „des vordringlichen Bedarfs“ heraus genommen.