Kandidatenvorstellung

Veröffentlicht am 01.04.2009 in Landkreis

Dr. Kubat und Messmer stellten sich in Sachsenhausen vor

Von Neugier und großem Interesse geprägt war die Politrunde, zu der der SPD-Ortsverein Sachsenhausen ins Feuerwehrgerätehaus eingeladen hatte. Die Ortsvereinsvorsitzende Angelika Kloske-Maar konnte viele Mitglieder, aber auch andere Interessierte begrüßen, die den Landratskandidaten der Sozialdemokraten, Dr. Reinhard Kubat, und den neuen Direktkandidaten für den Deutschen Bundestag, Ulrich Messmer, kennen lernen.

Dr. Kubat imponierte wieder einmal durch die sehr persönliche Weise der Vorstellung von Person und politischen Vorstellungen. Die ganz eigene Art besteht vor allem darin, dass er keine politische Rede hält, sondern mit einfachen Sätzen erzählt, was er zu sagen hat. Schon in seiner Biographie wird deutlich, was ihm wichtig ist: die Liebe zur Heimat, die dann vor allem auch in dem unbedingten Willen mündet, „Speerspitze“ – so nennt er das – der Entwicklung des ländlichen Raumes zu sein; ethische Prinzipien, die darin zum Ausdruck kommen, dass er nach Aufenthalten in anderen Teilen Deutschlands und der Welt zurück kommt zu den Eltern nach Marienhagen, um ihnen im Altwerden helfen zu können; der Gemeinsinn, den er mit dem vom Großvater über der Marienhagener Turnhalle installierten Spruch „Einigkeit macht stark“ erklärt. Diese Verbindung von persönlichen Werten und politischen Zielen ist es, die Kubat so glaubwürdig macht: seine Zuhörer nehmen wahr, dass er von dem, was er sagt und will, absolut überzeugt ist.
Sicherung der Arbeitsplätze durch wirtschaftliche Entwicklung und technische sowie energetische Innovation, wohnortnahe Schulen, Daseinsvorsorge in öffentlicher Hand, eine gute Zusammenarbeit von Landkreis und Kommunen – das waren einige weitere Schwerpunkte, die Dr. Kubat als Landrat setzen will.
Ulrich Messmer ging insbesondere auf die Konjunkturkrise und deren Ursachen ein: Unverantwortbare Spekulationsgeschäfte von Bankern und die Aktionjonglage von Konzernspitzen bringen die Volkswirtschaften auch großer Staaten in erhebliche Schwierigkeiten. Endlich seien Politiker und negativ betroffene Unternehmen bereit darüber nachzudenken, dass und in welchem Umfang die Freiheit von Unternehmensentscheidungen im Interesse des Gemeinwohls durch staatliche Intervention eingeschränkt werden kann. Wenn der Staat Unternehmen mit mehrstelligen Millionen-, in Einzelfällen sogar mit Milliardenbeträgen unterstützt, müsse ihm auch ein Einfluss auf wichtige Unternehmensentscheidungen eingeräumt werden. Messmer sprach sich insbesondere dafür aus, dass Manager für ihre Entscheidungen zur Rechenschaft gezogen werden können. Es sei notwendig, die Spitzengehälter in der Wirtschaft zu beschränken. Einkommen in mehrstelliger Millionenhöhe selbst dann, wenn das Unternehmen in der Krise sei, seien unmoralisch und unverantwortlich – sogar unvereinbar mit dem in der Wirtschaft sonst postulierten Leistungsprinzip.
Messmer kritisierte – auch in seiner Eigenschaft als Erster Bevollmächtigter der IG-Metall -, dass in vielen Bereichen der Wirtschaft Löhne gezahlt werden, die für den Unterhalt einer Familie nicht ausreiche. Wer Vollzeit arbeite, müsse auch soviel verdienen, dass er sich und seine Familie ernähren könne.
Mehr Gerechtigkeit verlangte Ulrich Messmer schließlich für ältere Arbeitnehmer: Wer 35 oder 40 Jahre lang gearbeitet habe, dürfe im Falle der Arbeitslosigkeit als 60-Jährige nicht nach kurzer Übergangszeit auf Hartz-IV-Niveau fallen. Dafür wolle er sich im Deutschen Bundestag einsetzen

 

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