
Am Samstag, dem 13. Mai, saß er beim Unterbezirksparteitag im Löhlbacher Bürgerhaus noch unter uns und kandidierte für den Bundesparteitag. Am Dienstag, dem 16. Mai, erlitt er einen Schlaganfall, an dessen Folgen er vergangenen Mittwoch, dem 24. Mai, verstarb.
Die Sozialdemokraten in Waldeck-Frankenberg trauern um einen äußerst pflicht- und verantwortungsbewussten, fleißigen und liebenswürdigen Genossen.
Vor zwei Jahren durfte ich ihn für 40-jährige Mitgliedschaft in der SPD und vor allem dafür ehren, dass er 25 Jahre lang die Arbeit eines Ortsvereinsvorsitzenden mit außerordentlicher Zuverlässigkeit erledigt hat. Am 1. Januar 1964 war er in Arolsen Mitglied der SPD geworden. Von Anfang an nahm er Verantwortung wahr: er wurde Vorsitzender des Juso-Arbeitskreises in Bad Arolsen und Schriftführer im Ortsverein Bad Arolsen. Wenig später wurde er Vorstandsmitglied der Jusos im Unterbezirk Waldeck-Wolfhagen.
Nachdem er 1970 an das Amtsgericht Korbach versetzt worden war, wo er bis zu seiner erst kürzlich erfolgten Pensionierung arbeitete, wohnte er mit seiner Familie ab dem 1. Januar 1971 in Goddelsheim. Noch im Oktober desselben Jahres gründete er den dortigen SPD-Ortsverein und war von 1971 bis 1986 und dann wieder von 1994 bis 2005 dessen Vorsitzender. Mehrere Jahre war er Mitglied des SPD-Unterbezirksvorstands Waldeck-Frankenberg. Von 1972 bis 1981 war er Mitglied des Magistrats der Stadt Lichtenfels und seit 1981 Stadtverordneter. Acht Jahre lang war er Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung und viele Jahre Fraktionsvorsitzender der Genossen im Lichtenfelser Parlament. Von 1985 bis 1989 war Heinrich Kessler auch Mitglied des Kreistags.
Seine Hauptaufgabe in den letzten Jahren sah er in der Zusammenführung der drei SPD-Ortsvereine in der Stadt Lichtenfels zu einem gemeinsamen Stadtverband. Dieses Ziel erreichte Heinrich Kessler im Jahr 2005. Den Vorsitz des Stadtverbandes übernahm er nicht; er wollte die Verantwortung in jüngere Hände legen.
Die SPD in Goddelsheim und in der Stadt Lichtenfels ist für uns alle mit dem Namen von Heinrich Kessler ganz untrennbar verbunden. Er hat den Ortsverein und die sozialdemokratische Politik in Lichtenfels ganz maßgeblich geprägt. Auf Grund seiner Persönlichkeit und all jener Eigenschaften, die ihn auszeichneten, wirkte er auch intensiv in den SPD-Unterbezirk Waldeck-Frankenberg hinein.
Anlässlich der Ehrung im Jahre 2004 schloss ich meine Laudatio auf Heinrich Kessler mit den Worten: Man kann die Zeit nutzen, messen und managen. Aber was immer man tut: alles hat seine Dauer. Und vollendet sich in seinem eigenen Zeitraum. Anlass jener Worte war, dass Heinrich Kessler in den vorausgegangenen Monaten immer wieder davon gesprochen hatte, dass er im politischen Bereich „kürzer treten“ und Verantwortung abgeben wolle. Dies war der „eine“ Wille, doch der andere, der viel mit seiner tief gefühlten Verantwortung zu tun hatte, hieß ihn „weitermachen!“ Das Gefühl für seine Verantwortlichkeit war das, was Heinrich Kesslers Leben – vor allem das politische – am stärksten charakterisiert hat.
Die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in Waldeck-Frankenberg sind Heinrich Kessler zu großem Dank verpflichtet und werden seiner stets ehrend gedenken.
Wir sind stolz darauf, dass er einer der Unseren war!
Karl-Heinz Stadtler
(Unterbezirksvorsitzender)