Karl-Heinz Stadtler Zwei Sozialdemokraten bewerben sich um das Mandat des Spitzenkandidaten der SPD bei der Landtagswahl im Frühjahr 2008: Zunächst hatte die Parteivorsitzende der hessischen SPD, Andrea Ypsilanti, ihre Bereitschaft erklärt, gegen Roland Koch anzutreten. Vergangenen Dienstag teilte auch der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Jürgen Walter, seine Bereitschaft mit, beim Landesparteitag der SPD am 11. November für diese Position zu kandidieren.
In einer Sitzung des nordhessischen Bezirksvorstandes mit den Unterbezirksvorsitzenden begrüßte Karl-Heinz Stadtler, der Vorsitzende der Waldeck-Frankenberger SPD, die beiden Kandidaturen: „Beide sind hervorragende Repräsentanten der hessischen SPD; beide sind fähig, das Amt des hessischen Ministerpräsidenten zu bekleiden. Zur Entscheidungsfindung brauchen wir ein faires Verfahren, das zu einem guten Ergebnis führt.
“ In einer Sitzung des Unterbezirksvorstandes der Waldeck-Frankenberger Genos-sinnen und Genossen will er vorschlagen, die Parteimitglieder weitestgehend zu beteili-gen. Andrea Ypsilanti und Jürgen Walter sollen in den Landkreis kommen und sich den Sozialdemokraten in einer für alle Mitglieder offenen Veranstaltung vorstellen. „Im Unterbezirksvorstand werden wir ein Verfahren finden, das die Mitglieder miteinbe-zieht“, meint Stadtler.
Die Mitglieder würden nachher den Wahlkampf zu bestreiten haben; da sei es angemessen, wenn man sie auch an der Entscheidung beteilige. Er kön-ne sich zum Beispiel vorstellen, dass die Delegierten beim Landesparteitag auf ihr Recht der eigenen Entscheidung verzichten und so votieren, wie es die Parteimitglieder im Unterbezirk wünschen. „Die Frage, wer auf Platz 1 der Hessen-Liste kandidiert“, meint er, „ist keine Gewissensentscheidung.“ Da müsse man nicht auf ein freies Mandat bestehen. Und es handle sich um eine herausgehobene Entscheidung, für die es gut sei, sie auf ganz breiter Basis zu treffen.
Er selbst jedenfalls sei bereit, so abzustimmen, wie es die Mehrheit der Parteimitglieder in Waldeck-Frankenberg will. Und wenn andere Delegierte sich ähnlich erklären, mache es für die Mitglieder Sinn, zur Vorstellungsveranstaltung der beiden Kandidaten zu kommen, sie angemessen kritisch anzuhören und danach ein Votum abzugeben.
Im Bezirksvorstand wurden Bedenken wegen einer möglicherweise nur geringen Beteiligung der Mitglieder geäußert. Für Stadtler ist dies kein Problem. Auch er rechnet nicht unbedingt mit einer überwältigenden Beteiligung, „denn Mitglieder, die sich sonst passiv verhalten, werden voraussichtlich auch jetzt nicht mitmachen. Aber die vielen Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, die aktiv in der Partei oder in kommunalen Parlamenten mitarbeiten, haben so eine Chance zum Mitmachen und werden sie sicherlich auch nutzen.“
Zusammen mit seinen Vorstandskollegen will Stadtler am kommenden Montag ab 19.30 Uhr im „Rosenschlösschen“ in Bad Wildungen ein entsprechendes Verfahren entwickeln. Außerdem geht es bei der Unterbezirksvorstandssitzung um die für das darauf folgende Wochenende vorgesehene Sternwanderung im Nationalpark Kellerwald und um weitere Terminfragen.
Vorher – ab 17.15 Uhr – besuchen die Mitglieder des Unterbezirksvorstandes der SPD gemeinsam die Landesgartenschau. Alle anderen Mitglieder und Freunde der Partei sind eingeladen, an dem fachkundig geführten Rundgang teilzunehmen. Treffpunkt ist das Parkhaus neben dem Rosenschlösschen.