Dr. Christoph Weltecke (SPD): Investitionsrahmenplan des Bundes ist Dokument der Hilflosigkeit

Veröffentlicht am 24.01.2012 in Landkreis

Scharfe Kritik am Entwurf des Investitionsrahmenplanes 2011 – 2015 für die Verkehrsinfrastruktur des Bundes hat der SPD Unterbezirk Waldeck-Frankenberg geübt. Unterbezirksvorsitzender Dr. Christoph Weltecke (Korbach) bezeichnete den Planungsentwurf als „Dokument der Hilflosigkeit und Inkompetenz“. Gerade im Hinblick auf die Realisierung von Ortsumgehungen entlang der B 252 sei dies besonders auffallend. Lediglich die Ortsumgehung Vöhl-Dorfitter wird in der Vorrangliste des Planwerks aufgeführt und könnte somit bis 2015 realisiert werden.

„Offenbar hat man übersehen, dass der aktuelle Bundesverkehrswegeplan aber auch die Ortsumgehungen von Burgwald-Ernsthausen sowie Burgwald-Bottendorf im vorrangigen Bedarf aufführt“, kritisierte Weltecke. „Wenn diese Projekte im Investitionsplan aber unter der nachgeordneten Rubrik `weitere wichtige Vorhaben´ eingestuft werden, dann ist die Realisierung wieder in weite Ferne gerückt. Auf Unverständnis stößt bei den Mitgliedern des Unterbezirksvorstandes, der sich in seiner letzten Sitzung intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt hat, auch die Tatsache, dass die Umgehung der Gemeinden Münchhausen, Wetter und Lahntal-Göttingen im Landkreis Waldeck-Frankenberg nicht in der Prioritätenliste geführt wird, obwohl schon in wenigen Wochen das Baurecht hergestellt sein wird. „Die Realisierung dieses Abschnitts hat für die Landkreise Waldeck-Frankenberg, Marburg-Biedenkopf und Hochsauerland allerhöchste Priorität, weil nahezu der gesamte Quell-, Ziel- und Durchgangsverkehr diesen Bereich durchfährt und ein immer größeres Belastungspotenzial für die Anwohner in den Ortslagen darstellt“, betonte der Unterbezirksvorsitzende. „Entlang der B 252 befinden sich einige große Industriebetriebe wie die Viessmann-Heiztechnikwerke in Allendorf (Eder) oder die Continental-Reifenwerke in Korbach mit einem enormen Logistikaufkommen, das ebenfalls zum überwiegenden Teil über die Straße bedient wird“. Der Anteil des produzierenden Gewerbes in der Region liege bei über 40 %. Dies habe zur Folge, dass ein hoher Austausch von Rohmaterial und Endprodukten stattfinde, der über leistungsfähige Verkehrswege abgewickelt werden müsse. Dazu zähle aber ausdrücklich auch die Bahn, auf die ein nicht unerheblicher Teil des Güterverkehrs verlagert werden könnte, die aber auch in der Konzeption eines abgestimmten und eng vernetzten Öffentlichen Personennahverkehrs unverzichtbar sei. Sollte der Investitionsrahmenplan des Bundes in der vorliegenden Form verabschiedet werden, dann sieht der SPD Unterbezirksvorstand erhebliche Nachteile für die Wirtschaftsregion Waldeck-Frankenberg. „Wir liegen geografisch ziemlich genau in der Mitte der beiden deutschen Boom-Regionen Rhein-Main und Rhein-Ruhr“, so Weltecke. „Dennoch haben wir es geschafft einen starken, differenzierten und wenig krisenanfälligen Wirtschaftsstandort aufzubauen, der mittlerweile die zweitniedrigste Arbeitslosenquote in Hessen aufweist“. Diese Erfolge würden nun durch die kurzsichtige Planung des Bundes wieder infrage gestellt. Im Namen des SPD Unterbezirks Waldeck-Frankenberg forderte Dr. Weltecke, dass zumindest diejenigen Straßenbauprojekte aus der Region in die Vorrangliste kommen, die bereits im aktuellen Verkehrswegeplan von 2003 unter der Rubrik „vordringlicher Bedarf“ geführt werden. Die Region benötige aber noch weitere Verkehrswege, um einerseits die Wirtschaft zu stärken und andererseits die Bürgerinnen und Bürger in den Ortslagen zu entlasten. Nach Ansicht der Waldeck-Frankenberger Sozialdemokraten müssen deshalb folgende Ortsumgehungen zügig vorangetrieben werden:
  • Twistetal-Twiste
  • Twistetal-Berndorf
  • Korbach-Meineringhausen
  • Waldeck-Freienhagen
  • Frankenberg-Geismar
  • Haina-Löhlbach
 

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