Mit dem E-Bike zum Tischgespräch

Veröffentlicht am 09.07.2013 in Landespolitik

Hessischer SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel mit heimischen Landtagskandidaten auf Tour.

Soziale Gerechtigkeit, Bildung und Stärkung des ländlichen Raums – das sind Schwerpunkte für Hessens SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel. Gestern war der Wahlkämpfer mit heimischen Landtagskandidaten unterwegs in Waldeck-Frankenberg.

Korbach/Frankenau. Wenn Spitzenpolitiker auf Wahlkampfreise durch die Region gehen, dann sind die heimischen Kandidaten immer eng an ihrer Seite. So nutzten auch Daniela Neuschäfer (Frankenberg), Direktkandidatin für den Wahlkreis Frankenberg/Bad Wildungen, und Dr. Christoph Wel­tecke (Korbach), Direktkandidat für den Wahlkreis Waldeck, den Besuch von Thorsten Schäfer-Gümbel, um sich und ihre politischen Schwerpunkte zu präsentieren.

In Frankenau gab es am Nachmittag einen Empfang auf dem Kirchplatz. Mit dabei waren etwa Kreistagsvorsitzende Iris Ruhwedel, Frankenaus Bürgermeister Björn Brede, SPD-Bundestagskandidat Dr. Edgar Franke (Gudensberg), aber auch Landtagsabgeordneter Reinhard Kahl (Vöhl). Der SPD-Fraktionschef im Kreistag und erfahrene Landespolitiker nimmt Abschied vom Wiesbadener Parlament, Daniela Neuschäfer möchte die Nachfolge im Landtag antreten.

Alle Augen sind dabei auf den 22. September gerichtet, der in Hessen zum Superwahltag wird: Die Wähler stimmen zugleich für Bundestags- und Landtagswahl ab. Soziale Gerechtigkeit, die verbindet Schäfer-Gümbel in der Arbeitswelt mit Mindestlöhnen und weniger Mini-Jobs. Im seit Jahrzehnten politisch zerstrittenen Bildungsland Hessen will die SPD beispielsweise zurück zu „G9“, also der neunjährigen Gymnasialzeit bis zum Abitur. Zur Stärkung des ländlichen Raums soll unter Ägide der SPD (mit den Grünen als Wunschpartner) mehr Geld aus dem kommunalen Finanzausgleich fließen.

Empfang in Frankenau: (v.l.) Kreistagsvorsitzende Iris Ruhwedel, Christoph Weltecke, Daniela Neuschäfer, Dr. Edgar Franke, Thorsten Schäfer-Gümbel, Hilmar Werner (Ortsverein Frankenau), Friedhelm Schmidt, Frankenaus Bürgermeister Björn Brede, Landtagsabgeordneter Reinhard Kahl und der Frankenauer Parlamentschef Holger Heck. Foto: Ines Alberti

Per E-Bike zum Termin

Als Paradethema steht bei den Sozialdemokraten aber auch die „Energiewende“ mit Unterstützung für erneuerbare Energien ganz oben – ob Windkraft oder Sonnenenergie. So machte Schäfer-Gümbel mit den beiden heimischen SPD-Landtagskandidaten gestern Nachmittag am Korbacher Energie-Zentrum Station.

Geschäftsführer André Schön erläuterte die Strategie des Unternehmens, demonstrierte Energietechnik für die Zukunft – ob Photovoltaik, Solarthermie, kleine Windräder, Energiespeicher oder intelligentes Energiemanagement für die Haustechnik. Mit unterstützendem Saft aus der Steckdose machte sich Schäfer-Gümbel samt einer heimischen SPD-Equipe dann per E-Bike auf den Weg zum nächsten Termin in Hessens einziger Hansestadt: „Tischgespräch“ im Korbacher Bürgerhaus.

SPD-Start mit dem Elektrofahrrad am Energie-Zentrum: (v.l.) Henrik Ludwig, Andreas Schaake, Achim van der Horst, Geschäftsführer André Schön, die Landtagskandidaten Dr. Christoph Weltecke (Korbach) und Daniela Neuschäfer (Frankenberg), Thorsten Schäfer-Gümbel und Katharina Kappelhoff. Foto: Kleine

Tischgespräch mit „TSG“

Der SPD-Spitzenkandidat aus Gießen hat damit ein völlig neues Wahlkampf-Format entwickelt: „TSG“ nimmt quasi sein Wohnzimmer als Kulisse mit auf Tournee. Besucher im voll besetzten Bürgerhaus dürfen später beim Tischgespräch auch viele Fragen stellen.
Da steht ein Bücherregal in der Ecke, links ein Bild der beeindruckenden Silhouette von Shanghai, rechts moderne Kunst an der Wand. Mittendrin am Tisch plaudert Thorsten Schäfer-Gümbel zu Beginn mit der eigens engagierten Fernsehmoderatorin Gaby Papenburg (Sat1, n24) zunächst über viel Persönliches.

Bei der vorigen Landtagswahl 2009, nach dem Desaster um eine rot-grün-rote Koalition um die vormalige SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti, da tauchte Schäfer-Gümbel plötzlich als Phönix aus der Asche in der Führung der hessischen Sozialdemokratie auf. Vier Jahre später ist der Mann mit dem Doppelnamen wesentlich bekannter, wird kurz „TSG“ genannt.
Aber beim Tischgespräch kommen dann doch Details und Ansichten zum Vorschein, die den SPD-Spitzenkandidaten und seinen Lebensweg begreifbarer machen sollen – und authentisch als gestandenen Sozialdemokraten.

Lkw-Fahrer wollte er als kleiner Junge werden – oder Zeitsoldat. Ganz wie sein Vater, mit dem er im Lkw früher häufig unterwegs war – und lernte, wie schwer das Einkommen für die Familie zu verdienen war.

Schäfer-Gümbels Mutter kochte gern thailändisch – „sehr scharfe Küche“ –, und daraus resultierte ein zunehmendes Interesse an Asien und seinen Kulturen. So warf TSG sein Augenmerk mehr und mehr auf China. Dort führt er bei etlichen Reisen Gespräche über Energiepolitik, Verkehrs- und Wirtschaftsfragen, versucht Projekte und Ansiedlungen aus China für Hessen zu gewinnen.

Schäfer-Gümbels Familienstruktur zu Hause gleicht derweil eher einer traditionellen Rollenverteilung: Der Mann ist beruflich extrem eingespannt, seine Frau ist Managerin des Familienlebens. Passt das denn eigentlich ins Bild sozialdemokratischer Gleichberechtigungspolitik?, bohrt Moderatorin Gaby Papenburg nach. Schäfer-Gümbel hebt das Gespräch auf die politische Ebene: In seiner politischen Mannschaft für den Wahlkampf gebe es mehr Frauen als Männer. „Das ist mir gerade im Jahr des 150. Geburtstags der SPD sehr wichtig“, betont er: „Der Anspruch der Gleichberechtigung wird umgesetzt.“

Impression von der Tour des SPD-Spitzenkandidaten durch Waldeck-Frankenberg:

Geschäftsführer André Schön und Thorsten Schäfer-Gümbel, Dr. Christoph Weltecke und Daniela Neuschäfer vor der Windtonne im Korbacher Energie-Zentrum. Foto: Kleine


Text: Jörg Kleine wlz-fz.de, Fotos: Wie im Text erwähnt

 

Homepage SPD Waldeck-Frankenberg