Christoph Weltecke Landrat Eichenlaub hat es mit seiner vorweihnachtlichen Bemerkung, er denke über eine weitere Kandidatur für die Position des Landrats nach, dahin gebracht, dass er zumindest am Rande der in Wahlkampfzeiten recht zahlreichen Veranstaltungen der SPD Gesprächsthema ist.
So richtig ernst nimmt diese Ankündigung allerdings niemand. Für den Unterbezirksvorstand der Sozialdemokraten steht dabei fest, dass selbst Herr Eichenlaub nicht so weltfremd sein könne zu glauben, dass er noch einmal gewählt wird. Die Waldeck-Frankenberger Bürger, davon geht man in der SPD aus, werden bis zur Landratswahl im nächsten Jahr nicht vergessen, dass er ab diesem Jahr Sonderurlaub machen und auf den Wählerauftrag pfeifen wollte.
Allerdings sei auch nicht damit zu rechnen, dass die CDU ihn noch einmal nominiert, meint Unterbezirksvorsitzender Karl-Heinz Stadtler. „Wer seine Politik für gescheitert erklärt hat, wer beklagt, dass er für seine Vorstellungen keine Mehrheit mehr im Kreistag findet, wer auch im Kreishaushalt wichtige Ziele in der eigenen Partei nicht durchsetzen kann, den kann man wohl nicht noch einmal den Wählern zumuten“, ergänzt er.
Christoph Weltecke, stellvertretender Unterbezirksvorsitzender, erinnert zudem daran, dass sowohl die CDU, als auch FDP und FWG als Koalitionspartner im Kreistag das Ansinnen des Landrats unterstützt hätten. Dr. Christoph Butterweck und Claudia Ravensburg hätten Helmut Eichenlaub und seine Forderung nach Sonderurlaub immer wieder verteidigt und trügen damit große Verantwortung für die bundesweiten negativen Schlagzeilen, die diese Affäre verursacht habe.
Andreas Schaake, ebenfalls Stellvertreter des Unterbezirksvorsitzenden, spekuliert darüber, warum Landrat Eichenlaub gerade jetzt und wahrscheinlich sehr bewusst im Rahmen einer Erklärung zum neuen Jahr an die Öffentlichkeit gegangen ist. Ursache ist nach seiner Meinung nicht der Jahreswechsel, sondern der Versuch, die eigene Partei unter Druck zu setzen, dass man für ihn nach einem lukrativen Posten Ausschau hält: „So nach dem Motto: Wenn ihr mich loswerden wollt, müsst ihr mir etwas Angemessenes bieten!“